Höfen und sein Wald

 

Einleitung:

Wie der Eremit am Hohen Venn, 24. Jahrgang Nr. IV vom Juli/August 1952 berichtet, waren die Monschauer Wälder im 17. und 18. Jahrhundert in sieben Distrikte, sog. Hute (von hüten), eingeteilt, z. B. in die Daverscheider Hut (heute wohl Kalterherberger und Höfener Waldungen) oder die Widdauer Hut. Nach dem 1. Weltkrieg wurde „das Waldgebiet der Hohen Mark und die Höfener Staatsforsten südlich des Perlenbaches als Teile des Truppenübungsplatzes Elsenborn (an Belgien) abgetreten.“ 1731 ist wohl Jan Gehlen Förster in Höfen gewesen (vgl. Der Eremit am Hohen Venn, 26. Jahrgang, Nr. 5 Mai 1940). Für das 19. und 20. Jahrhundert konnte der Arbeitskreis des weiteren auf folgende Kenntnisse der o.g. Teilnehmer zurückgreifen:

 

 Teil I: Forsthäuser

1. Forsthaus Wahlerscheid (an der Stelle des heutigen Parkplatzes): bewohnt mindestens 1731 von Förster Jan Gehlen, dann von 1820 bis 1831 von Förster Greiffer, Ablösung 1831 durch Förster Stein. 1850 von Förster Polch, dann von 1856 an ? oder 1867 ? z.B. von Förster Johann-Peter Stein bis 1878, dann, gesichert für 1890, von dem königl. Förster Josef Groß. Ein Teil im 2. W.krieg und danach bewohnt von Haumeister Franz Lenzen (Berescheid), tödlich verunglückt auf Pafferscheid 1957, vor 2. W.krieg zwei Revierförstereien (+ Gaststätte und Poststelle) eine Rf. Bewohnt von Rf. Stein (bis 20er Jahre), nach dem Krieg: 1 Revierförsterei (Herr Weckmann bis 1954), bis ca. 1966, Poststelle bis ca. 1965, ein Gebäudeteil bis in den 2. W.krieg bewohnt von Karl Pauls (Waldarbeiter) und Familie (mit Landwirtschaft), nach dem Krieg, so z. B. das Einwohner-Adressbuch für den Grenzlandkeis Monschau von 1959, die Zollbeamten Franz Braun, Rolf Jödicke, Horst Taffe und Achim Zobel sowie der Kraftfahrer Helmut Schmidt. 1950 wohnten in Wahlerscheid 12 Personen in 2 Gebäuden. Gebäude ca. 1966 abgebrochen, Ablösung von Förster Weckmann durch Förster Paulwitz 1954, dieser ab 1966 in Nr. 2 (s. u.). Zum Forsthaus Wahlerscheid und seiner (älteren) Geschichte steuerte Bernhard Stein folgende Informationen bei: „1850 hieß der Höfener Oberförster (wohnhaft Wahlerscheid) Polch (...). 1851 müsste die Post an Wahlerscheid vorbeigekommen sein. (...)

2. Forsthaus „Wahlerscheid II“ (gegenüber Forsthaus Wahlerscheid auf derselben Strassenseite, rechts des Weges zum Stern): errichtet Mitte der 60er Jahre, Förster Paulwitz bis 1972, dann vermietet und leer gestanden bis zum Abbruch ca. 1990

 

 

3. seit ? „Rothe Kreuz I“ (altes Forsthaus Rothe Kreuz, mit altem Backhaus gegenüber): nach 2. W.krieg von Förster Weckmann bewohnt bis 1947, dann Umzug von Weckmann nach Wahlerscheid (s. o.), dann bewohnt von Herrn Fritz Bongard (Haumeister) bis ?. Zudem , belegt für 1959 und 1967 als Forsthütte Rothe Kreuz (Hausnr. 75) von Konrad Stahr, Abbruch des Hauses ca. 1970.

4. „Rothe Kreuz II“ (neues Forsthaus Rothe Kreuz): erbaut in den 30er Jahren ?!,  Revierförster Edmund Wolter bis vor dem 2. W.krieg, nach 1945 vom belg. Militär beschlagnahmt, bis 1947, dann ab 1947 Revierförster Beckmann bis ca. 1980, dann Rf. Dürrhold, seit 2000 Rf. Falkenberg

1950 wird die Einwohnerzahl für Rothe Kreuz mit 11 Personen angegeben

 

5. Forsthaus Höfen (Revier Höfen) Brath (an der Stelle des heutigen (ehemaligen) Depots)): Ende 1944 zerschossen (vor dem 2. W.krieg: Förster Groß), dann Baracken errichtet von engl. Militär (Verwaltung des „Schiessplatzes“, an der Antoniusbrücke), ab 1957 Materialerfassungsgruppe Nord der BW, bis 30.11.2001 Eigentum der Bundesfinanzdirektion, dann privatisiert

6. „Alzen I“, Oberförsterei (Gemeindef.) Höfen (heutiges Haus Melchior, Kauferberg 18): ca. 1850 gekauft von Lekort (Lauscherbüchel),1914 von Familie Melchior gekauft

 

 

 

7. „Alzen II“, Forsthaus Alzen (Alzerstrasse 156): (lt. Bernhard Stein „ab ca. 1935 Revierförster Rüttgers“), ab ca. 1954 dann: Forstamtmann Henke, 60er Jahre: Tausch des Hauses mit Haus Adolf Pauls (an der Kirche)

 

 

 

8. „Alzen III“, Forsthaus Alzen (Alzerstrasse): errichtet in den 60er Jahren , bewohnt von Förster Drevermann, im Amt ab 1972. verkauft an ? wann ?

 

 

 

 

9. Oberförsterei (Landesförsterei) an der Stelle des heutigen Hauses Kremer (Esser), Heimstrasse: ursprünglich das auf der Lehmkuhl ( daher irreführend der Name Lämmchesweg) gelegene Herzoglich Jülich’sche Forstamt, vom preußischen Staat 1815 übernommen, ab ca. 1860 als Oberförsterei Van Groten, seit spätestens (so Bernhard Stein lt. Monschauer Land, 2000) 1895 auf der gegenüberliegenden Strassenseite an der Stelle des späteren Josefsheimes, bis 1931 (Übernahme des Gebäudes durch Christenserinnen).

10. Forsthaus „Stöben“ des Revierförsters Stöben (Gemeindeförsterei): Stöben dort bis ca. 1935 tätig, an der Stelle der heutigen Waldschenke, Schleidener Chaussée

 

 

 

11. “Stolzhuus (an der Stelle der sog. Stolzkurv, an der Strasse Monschau-  Kalterherberg, wo die Strasse kurz vor K’berg aus dem Wald tritt, wohl rechterhand, Nähe Römerbach, gegenüber dem Meartessteg):
 

 

 Teil II - Arbeiten im Höfener Wald

 

 Erinnerungen an „Perlenau“ als Farbholzmühle und Sägewerk