Zum o.a. Thema konnten folgende Informationen zusammengetragen werden:
Insgesamt fast zwanzig (!) Gaststätten und Schenk- /Schankwirtschaften haben in Höfen bestanden, von denen weniger als die Hälfte bis heute „überlebt“ haben. Gemäß der Nummerierung auf der Karte gab es, auf dem Heidgen beginnend, 1. die Gaststätte Zum Paradies (Nr. 1) Das Haus ist heute bewohnt von Werner Rader, es hat sich wohl immer um eine Schankwirtschaft gehandelt, d. h. es wurden nur Getränke angeboten, die bis ca. 1942 betrieben wurde, und zwar von der Großtante von Werner Rader (Möllesch Berta (Hedsches Wisse Tant)). Die kleine Stube besuchten v. a. Fußgänger, z. B. viele von der Arbeit in Monschaus Tuchindustrie Heimkehrende. 2. die Gaststätte (heute) Haus Schmiddem (Nr. 2) Sie existierte bereits ab 1830 im Besitz von Johanna Schmiddem, im Volksmund hieß die Gaststätte früher auch Arr Liimrut (an der Leimrute). Es ist schwer zu klären, woher der Name Henns wie in Henns Frenz stammt, evtl. von der lt. HSTA Düsseldorf für 1863 konzessionierten Gaststätte „Henn Lambert, Montjoier-Schleidener Bezirksstrasse Nr. 13“. Laut P. Lennartz, „Der mittelalterliche Kirchweg von Höfen nach Konzen“, in: Der Eremit am Hohen Venn, 19. Jahrgang, 1947, Nr. II hieß die heutige Gaststätte „vordem Henn und vordem Compierre“ (ein Name aus der Franzosenzeit ?!). Nicht nur hier stellt sich das Problem Häuser zu lokalisieren, da die Hausnummerierung im letzten und vorletzten Jahrhundert mehrmals wechselte. Nach der Aufstellung der noch folgenden Gaststätten zu urteilen wäre es möglich, dass zumindest 1863 die Hauptstrasse hinauf linkerhand ungerade und rechterhand gerade Hausnummern vergeben waren. Die Gaststätte Schmiddem verfügte schon vor dem Krieg über einen kleinen Tanzsaal, der sich querab zum heutigen Haus links (Blickrichtung vom heutigen Wiesengrund aus) befand. Darin fanden Kirmes- und Karnevalsbälle statt. Im Krieg wurde der Saal als Unterkunft für polnische Kriegsgefangene genutzt. Sie wurden als Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft eingesetzt, wie auch der Metzger Kaczmarek, der bei Frau Maria Pauls (a Jüesepsches) wohnte. Von diesem Namen rührt die noch heute bestehende Metzgerei Kaczmarek. [1] Nach dem Krieg wurde der Saal als Schulraum benutzt, wobei eine Schulspeisung im St. Josefsheim erfolgte. Im Jahr 1969 brannte das Haus ab. Ein interessantes Ereignis ist noch, dass „in der Wohnung des Wirthes Johann Schmiddem zu Hoefen“ ein so im Montjoier Volksblatt vom 10.5.1890 bezeugter „Gerichtlicher Zwangsverkauf“ zu Lasten des „Paul Kirch, Wirth und Ackerer zu Hoefen“, und zwar des „mit Nro 174 bezeichnete(n) Wohnhaus(es)“ stattfand. 3. die Gaststätte Stein, Wiesengrund (Nr. 3). Nach P. Lennartz [2] „stand hier von altersher eine Gaststätte“ (...) im Haus Nr. 26 (Wiesengrund), Zum Roten Hahn. Nach Informationen von Bernhard Stein, einem Nachfahren der Besitzerfamilie Stein, erwarb dessen Großvater Franz Stein im Jahre 1918 das Gebäude [3], und zwar für 1800 Reichsmark. Damals handelte es sich, so Bernhard Stein, um ein typisches Eifeler Vennhaus mit Strohdach und großer Schutzhecke, welches später jedoch abgerissen wurde. An selber Stelle wurde ein neues Haus errichtet, welches im 2. Weltkrieg zerstört wurde und dann 1946/47 wieder neu aufgebaut worden ist. Die Gaststätte Stein entstand dann lange Zeit nach dem Krieg nach dem Tod der Großeltern von Bernhard Stein (1952 und 1954) und Heirat bzw. Auszug seiner Tanten aus ihrem Elternhaus durch Hubert und Martha Stein in verschiedenen Etappen. Zuerst gab es nur Fremdenzimmer (1958), daraus wurde eine Pension (1960), Ostern 1962 ein Speiserestaurant, welches wiederum 1966/67 zur Gaststätte umfunktioniert wurde. Diese bestand bis 1980, nachdem sie 1975 an Ewald Goffart (Wicki) verpachtet worden war und im selben Jahr an Josef Jansen (Höppse Jupp). Ab 1980 gab es im Haus nur noch Wohnungen im Besitz der Familie Stein bis 1998. Die Gaststätte war das Vereinslokal der KG Biebesse. 4. die Gaststätte Vennblick (Hauptstrasse) (Nr. 4). Die Großmutter des Besitzers bis 2002, Manfred Buch, war eins von 16 Kindern des Ehepaares Peter Lamb. Barth. Theißen und Maria Catharina, geb. Jansen, welche so der Totenzettel, am 11.1. 1896 in „Perlbachermühle“ verstarb. Auch diese Gaststätte besaß vor dem Krieg einen Saal, wie auch bereits eine Kegelbahn. Der Saal lag Richtung Schmiede, er brannte im 2. Weltkrieg ab. In diese Richtung befand sich im Krieg auch ein Frisörsalon. Herr Buch sen. Arbeitete als Lagerführer beim Westwallbau und lernte so seine spätere Frau kennen. Die Westwallarbeiter waren im Saal untergebracht. Daneben befand sich eine Garage für Postbusse [4]. Diese hielten vor dem Haus. Die Tankstelle gab es bereits in den 30er Jahren. Die Gaststätte wurde im 2. Weltkrieg durch Brand fast vollständig zerstört. Bereits 1948 war sie wieder geöffnet, den Saal und die Garage(n) gab es nun nicht mehr. Ca. 1950 wurde die Kegelbahn wieder eröffnet. Nach dem Krieg befand sich die Gaststätte vom Eingang aus links und war ca. 8x4 m groß (bis ca. 1962). Es befanden sich darin eine große Theke und kaum mehr als 4-5 Tische. Der Schuppen rechts des Hauses stand dort eine Zeit lang nach dem Krieg. Dort wurden eine Kuh und ein Ferkel gehalten. Kurz nach dem Krieg bestand das Publikum neben Einheimischen z. B. auch aus Minensuchern und Mitgliedern des BGS. Die Gaststätte wurde zum Vereinslokal von: MSC Höfen, KG Biebesse, Schäferhundeverein (ab 1980). An Fremdenzimmern gab es bereits vor dem Krieg mehr als 2, wohl für Jagdherren, ab den 60er Jahren 3 DZ und 3 EZ, die mit dem Anbau an das Haus hinzukamen. Vor dem Krieg gab es ein Etagenklo, dessen Spülung per Pumpe aus dem Brunnen bedient wurde. In den 60er und 70er Jahren betrieben die Eheleute Buch auch Gastronomie (nur am Wochenende). Bis nach dem Krieg fand gegenüber der Gaststätte das Kirmesgeschehen statt. 5. eine Gaststätte schräg gegenüber der Kirche (heute Wohnhaus Familie Pauls (Buutze Steffe)). (Nr. 5) Hier befand sich zumindest zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und ca. 1920 eine weitere Gaststätte, die im Volksmund Sprengels genannt wurde. Auch diese hatte ein kleines Sälchen. Ab 1931 nahm die DJK mit Pfarrer Nösser diesen noch existierenden Raum in Gebrauch.
6. die Gaststätte Chavet (ungefähr am Platz des heutigen Blumenladens Backes (Hauptstrasse), neben der heutigen Grundschule (die dortige Kastanie stand im Hof des Winkelbaus) (Nr. 6). Auch in diesem Haus gab es im 1. Stock einen (winzigen) Saal [5]. Von dem Großvater der letzten Wirtin mit Namen Chavet (Margarete Chavet) ist der Totenzettel vom 30.1. 1901 erhalten. Danach heiratete dieser Heinrich Chavet („Schenkwirth und Ackerer“, so der Totenzettel), aus Weismes stammend (geb. am 4.1. 1847), am 6.10.1873 die Louise Jansen „von Höfen“. Beide betrieben hinfort in Höfen „eine Wirthschaft nebst Ackerbau“ [6]. In diesem Haus wurde 1948 die neue DM ausgezahlt, daneben, am Knippejässje, wurde der Königsvogel geschossen, nach dem Krieg noch befanden sich hier an der Strasse Kirmesbuden [7], und zwar auf Micke Hoff, wo auch ein Karussell seinen Platz hatte. Von ca. 1950 (Schließung des Lokals) bis 1960 diente das Haus als Mietshaus und wurde danach abgebrochen. 1960 befand sich neben em Haus ein Festzelt [8]. Bis zur Schließung war das Ehepaar Josef Krings Inhaber des Lokals. Seine Frau, Margarete Krings, geb. Chavet, lebt heute noch in Ripsdorf. 7. die Gaststätte (lt. HStA Düsseldorf für 1863 konzessionierte) Pauls Gerhard, Montjoier-Schleidener Bezirksstrasse 43 (Nr. 7). Dabei muss es sich um eine Gaststätte im Haus der Familie Pauls (Jerreds Welleme Döllef) gehandelt haben. Weiteres konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, lediglich dass lt. HStA das Haus, sein Besitzer und seine Nutzung wiefolgt bezeichnet sind: „Kleinhändler und geistige Getränke“. 8. die Gaststätte Zur Post an heutiger Stelle (Nr. 8). Diese Gaststätte bezeugt ebenfalls das HStA Düsseldorf bereits für 1863. Die Geschichte des Hauses lässt sich zumindest für das 20. Jahrhundert nach 1945 gut dokumentieren [9]. Danach haben sich in dem großen Eckbau folgende Gebäudeteile befunden: eine Kohlehandlung bis ca. 1950, ein Lebensmittelladen bis kurz nach dem Krieg, die Poststelle bis 1975. Landwirtschaft wurde bis 1972 betrieben. Bis 1946 war die Gaststätte im Besitz von Karl und Leo Jansen. Karl verstarb 1945 und Leo 1957 (dieser war bis kurz nach dem Krieg für die Poststelle zuständig). Der Vater der beiden, Bartholomäus, auch Poost Meijes genannt, hatte die Gaststätte bereits inne, ebenso wohl seine eigenen Eltern. Ab 1946 war Josef Theißen (Scheffes Thejsse Jupp) der Besitzer bis 1982, seitdem ist die Gaststätte verpachtet. Das Photo von Karl Rader [10] zeigt das Gebäude in der Verfassung und Form bis 1961, als der Anbau Strassenfront rechts hinzukam. Der zurückliegende (ursprüngliche) Teil des Gebäudes (längs zur Strasse) wurde 1976 abgebrochen und neu aufgebaut. Die Poststelle erreichte man ursprünglich über den Hofeingang, dann geradeaus, später über den Strasseneingang hin, dann nach links. Ab 1961 besaß das Haus 4 Fremdenzimmer; zu Anfang waren die Zimmer mit einer Waschlampette ausgestattet, ab 1965 mit fließendem Wasser und Bad. Im Hause wurde auch die Rente ausgezahlt. An Getränken konsumierte man in der Post z. B. Felsquell Pils, Siegerkorn (in Korbflaschen aus Zülpich bezogen) oder Puschkin. Bier wurde lange Jahre in Siphons zum Verzehr zuhause verkauft. Den Wein lieferte das Weingut Gebr. Melzheimer von der Mosel. 9. die Gaststätte Prümmer an heutiger Stelle (Nr. 9)[11]. Auch die Existenz dieses Hauses ist vom HStA Düsseldorf bereits für 1863 bezeugt, als im Besitz von Peter Prümmer, „Hs.nr. 154, Montjoier-Schleidener Bezirksstrasse“. Ab ca. 1870 betrieb Hermann-Josef Prümmer das Haus, welches bis 1975 im Familienbesitz blieb. Schon vor dem 2. Weltkrieg gab es zwei Fremdenzimmer. Gegenüber der Gaststätte, auf derselben Strassenseite liegt noch heute das sog. Bäckesje [12], dahinter lag ein Pferde- und Schweinestall und schon vor dem Krieg eine Garage. Im Bäckesje wohnte bis 1950 der Jagdherr Hermann Kolb (er nannte das Haus „Haus Nimrod“), danach war das Gebäude ein Gästehaus. Bis 1963 betrieben die Geschwister Prümmer noch Landwirtschaft mit ca. 10 Kühen. Einen Saal besaß die Gaststätte ab 1907. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude von den amerikanern schwer beschädigt. 1960 kaufte die Gemeinde Höfen das Grundstück des Sportplatzes. In den 50er Jahren drängten Höfener Vereine auf eine Vergrößerung des Saales. Da diese vorerst nicht erfolgte, stellte der Schützenverein 1960 ein Zelt für die Kirmes auf Chavets Wiese auf. 1960 fand zugleich mit einer Tanzveranstaltung dort eine weitere (Konkurrenzveranstaltung) im Saal Prümmer statt. Schließlich wurde dieser bald darauf um ca. 5-6 m erweitert. Im Rahmen der dadurch geschaffenen Neukonstruktion erhöhte man auch die Decke, um den damals noch aktiveren Turngruppen des TV bessere Möglichkeiten zu bieten. Diese turnten bereits vor dem Krieg und bis in die 50er Jahre an Geräten in diesem Saal. Vor 1960 rotierten Tanzveranstaltungen z. T. zwischen Prümmer (wo von 1964 bis 1995 Helmut Prümmer selbst kochte), Bosche Pitte und Henns. Vor dem Krieg kochte Helmut Prümmers Tante Käthe, auch z. B. für die Lyra, welche bei Tanzveranstaltungen in einer Pause von 21.30 bis 22.00 Uhr gewöhnlich mit Braten beköstigt wurde. In den 60er Jahren spielte bei Tanzveranstaltungen auch die Gruppe MuLyHö mit Akteuren aus der Lyra [13] auf. An Getränken wurden Köpi und Felsquell (ab 1965) angeboten, Weine wurden wie bei Bosche Pitte [14] über Josef Weiß, Monschau, bezogen. Zu Tanzveranstaltungen wurde Eintritt erhoben, der z. B. in den 50ern o, 50 Pfennig betrug zzgl. 2,00 DM Vergnügungssteuer. 10. die Gaststätte Zum Alten Eifelhaus, am heutigen Ort (Nr. 10)
11. die Gaststätte im Haus Arnolds, später Snacky 2000 (Hauptstrasse) (Nr. 11). In dem Haus befand sich vor der Gastronomie eine Schreinerei mit Möbelhandel. |