Sei‘s drum. Alt ist es, darin sind sich alle einig. Und schön. Das gewaltige Reetdach, das sich fast bis zum Boden herabzieht, wird von zwei Kaminen gekrönt. Vier kleine Gitter-Fenster, zum Teil nur 40 mal 30 Zentimeter „groß“, schmücken die weiß gestrichene Frontpartie. Nach Westen schützt die hohe Buchenhecke gegen Wind und Schlagregen. Übrigens: Nicht nur heute, auch damals waren die staatlichen Geldeintreiber erfinderisch. Je größer die Fenster, desto höher die Steuern. Wegen dieser „Fenstersteuer“ hatten damals viele Häuser nur winzige Sehschlitze. Wie die Eifeler wohl in früheren Jahrhunderten in seinem Haus gelebt haben? Clemens Käfer, dessen Familie in der Zeit des Ersten Weltkrieges von Alzen hierhin gezogen ist, weiß es auch nicht. Allerdings erinnert er sich noch gut an seine Jugendzeit. Und da die Zeit damals noch nicht so rasend schnell voranschritt wie heute, wird es vor hundert oder mehr Jahren nicht viel anders gewesen sein. Das Bruchsteinhaus ist recht groß, und doch wohnten keine reichen Leute drin. Vielmehr war das Vennhaus zugleich Wohnhaus, Stall und Scheune - alles unter einem Dach. Zwischen Küche und Kuhstall war nur eine Tür. „Und wenn die Tür offen war was oft geschah — dann schmissen die Kühe mit einer ruckartigen Kopfbewegung das Heu in die Küche, auch schon mal direkt an den Herd“, erinnert sich Clemens Käfer an manch brenzlige Situation. Ganz zu schweigen von der „aromatischen“ Landluft, „Aber das fiel gar nicht auf. So roch es ja überall.“ Und der Herd stand direkt unter dem Kamin. Wenn Wind aufkam, dann fiel der Ruß direkt in den Kochtopf: „Das war vielleicht ‘ne Sauerei.“ Eng war es. Die Käfers — Vater, Mutter und fünf Jungen mußten zusammen rücken. Unten gab es die „gute Stube“, die Küche und ein Eßzimmer, das zeitweise auch als Schusterwerkstatt diente. Oben waren die Schlafzimmer. Eines für die Eltern: „Aber das war so klein, daß man nur von einer Seite ins Bett klettern konnte. Vielleicht sind es deshalb füinf Kinder geworden...“ sagt ein schmunzelnder Clemens Käfer. Nebenan schliefen drei der Jungs in einem Bett, ein weiterer auf einer schmalen Pritsche und der fünfte unten in der „Stuev“. Und dann war da noch die Holzktiste,‘ die Schatztruhe von Vater Käfer. Der Inhalt: Zylinder („Bibbis‘), Schlips und einige wenige Pfennige. Das war sie also, die „gute, alte Zeit“, nach der sich so mancher Nostalgiker zu rücksehnt, Heute ist im vorderen Bereich des unter Denkmalschutz stehenden Hauses eine Gastwirtschaft, die aber vor einigen Jahren geschlossen worden ist. Im hinteren Teil haben es sich Clemens und Gerda Käfer gemütlich gemacht. Anstelle des Scheunentores haben sie ein großes englisches Fenster eingebaut, so daß sie bis zum Nachmittag von der Sonne verwöhnt werden. Und da, wo früher die Schafe in ihren Stall gingen, da geht‘s jetzt in Käfers gute Stube. So ändern sich die Zeiten. Wie alt das Elfeihaus in Höfen genau ist, weiß niemand so richtig. Am Anfang des 18. Jahrhunderts sagt die eine, um 1650 eine andere Quelle. Das Haus mit dem Reetdach ist eines der schönsten Denkmäler Monschaus außerhalb der Altstadt. |